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Dienstag, 30. September 2008
:: Madrid siegt glücklich in St. Petersburg
Bereits in der 4. Minute gingen die Gäste in Führung: Eine Hereingabe von Rafael van der Vaart brachte der Slowake Tomas Hubocan unglücklich über die eigene Linie. Es dauerte bis zur 20. Minute, ehe sich die Mannschaft von Dick Advocaat wieder gefangen hatte und gleich mehrfach gefährlich vor das Tor von Iker Casillas kam. In der 25. Minute dann der Ausgleich: Eine Flanke von Andrei Arshavin brachte Danny volley ins Netz. Nur sechs Minuten später erzielte Real Madrid durch Van Nistelrooy den ersten eigenen Treffer; mit 2:1 für die Gäste ging es nach Chancen auf beiden Seiten in die Kabinen.
Die zweite Hälfte gehörte dann aber fast ausschließlich Zenit. Eine Angriffswelle nach der anderen rollte auf den spanischen Nationalkeeper zu, der für seine längst geschlagene Parade-Abwehr ein ums andere Mal bravourös rettete. Die Chancen für Zenit kamen in der Schlussviertelstunde fast im Minutentakt, während Madrid nur noch gelegentlich für Entlastung zu sorgen vermochte. In der 79. krachte der Schuss von Arshavin nur an den Pfosten, und bis zuletzt scheiterte der UEFA Cup-Sieger am überragenden Casillas und dem Glück, das der spanische Rekordmeister an diesem Abend für sich gepachtet hatte.
Mit sechs Punkten aus zwei Spielen wahrt Real Madrid seine weiße Weste und reist am 21.10. zur Vecchia Signora nach Turin.
Sonntag, 28. September 2008
:: Borussia Dortmund kocht Spätzle ab
Die Mannschaft von Jürgen Klopp begann das Spiel im heimischen Westfalenstadion, wie fast schon gewohnt, flott und mit guten Ideen. Doch der Ball lief nicht nur in Richtung von Jens Lehmann, denn auch die Stuttgarter versteckten sich nicht. Schon in den ersten Minuten gab es auf beiden Seiten gute Möglichkeiten in Führung zu gehen. Eine sehr gute Möglichkeit des VfB vereitelte Roman Weidenfeller mit einer guten und schnellen Reaktion. In der 10. Spielminute zog Tamás Hajnal unhaltbar aus 25 Metern ab und markierte so das 1:0 für Borussia Dortmund. Dieser Hammer verhalf der Borussia zu viel Selbstbewusstsein im Kombinationsspiel und versetzte die Tribünen in Jubel.
Aus dieser Sturm- und Drangphase fiel in der 20. Spielminute das 2:0 für die Heimmannschaft. Nach einem Freistoß von Tamás Hajnal sprang Felipe Santana höher als der ehemalige Nationaltorhüter Lehmann und brachte den Ball so im Tor unter. Dieses Tor war jedoch nicht unumstritten, denn das Aufeinandertreffen gab es im Fünfmeterraum des Stuttgarter Tores und dieser ist eigentlich die so genannte "Sicherheitszone des Torhüters". Nun spielte der BVB wie entfesselt und kam, angetrieben durch einen überragenden Kuba, zu weiteren guten Möglichkeiten. Eben dieser Kuba wurde in der 36. Minute im Strafraum von den Beinen geholt, der Pfiff von Dr. Felix Brych blieb jedoch aus. Nicht wenige sprachen hier von "ausgleichender Gerechtigkeit".
Mit 2:0 im Rücken kam die Borussia zur zweiten Hälfte aus der Kabine und begann sofort wieder mit dem schönen Kombinationsfußball der ersten 45 Minuten. Das offensive Feuerwerk und das gute Defensivverhalten stellten die Stuttgarter vor eine schier unlösbare Aufgabe. Auch das Dortmunder Publikum war längst in Feierlaune und unterstützte die Spieler tatkräftig und lautstark. In der 58. Minute, knapp eine Minute nach seiner Einwechslung, brachte Alexander Frei den Ball im Tor unter, dieser Treffer wurde aufgrund einer Abseitsstellung jedoch nicht gewertet. Doch der Schweizer Nationalstürmer ließ sich davon nicht irritieren und brachte, nach einer schönen Flanke von Lee, seine dritte Großchance in der 73. Minute ins Ziel.
Dieses beeindruckende 3:0 entließ die Spieler, die Trainer und die Fans in Feierlaune und mit einer guten Hoffnung und Einstellung für das schwere UEFA-Cup-Spiel am Donnerstagabend.
:: Später Sieg in Sevilla
Heinze spielen zu lassen erwies sich schon nach 19 Minuten als goldrichtig: Nach einem Freistoß von Van der Vaart erzielte der Argentinier per Kopf den Führungstreffer für die Gäste. In einem eher wenig aufregenden Spiel passierte bis zur Pause nicht mehr viel, danach aber um so mehr. Marcelo sah in der 53. für eine Notbremse Rot, Sergio García führte den fälligen Strafstoß aus und verwandelte im Nachschuss. Betis wurde nun deutlich aktiver und dominierte das Geschehen auf dem Rasen, konnte aus der Überzahl jedoch kein Kapital schlagen. Zehn Minuten vor Schluss sah der bereits verwarnte Torschütze die Gelb-Rote Karte nach einem Foul an Drenthe. Und nachdem Ruud van Nistelrooy den größten Teil des Spiels in gemächlichem Trab unter seiner Superstürmer-Tarnkappe verbracht hatte, enttarnte er sich in der ersten Minute der Nachspielzeit vor Betis' Torhüter Casto und markierte noch den 2:1-Siegtreffer für Madrid.
Gemütlich zurücklehnen ist für die nächsten Tage keine Option: Schon am Dienstag um 18:30 Uhr tritt Real Madrid in der Champions League bei Zenit St. Petersburg an, und am 5. Oktober ist der Gegner in La Liga Espanyol, die ihrem Lokalrivalen Barcelona in einem überaus hitzigen Derby mit 1:2 unterlagen.
Donnerstag, 25. September 2008
:: Schande für Gijón
7:1 hieß es schließlich auf der Anzeigentafel – gleich dreimal Van der Vaart (18., 33. und 47. Minute), Higuaín (37.), Robben (52.) sowie zweimal Kapitän Raúl (59., 65.) waren die Torschützen. In der 54. Minute gelang Kike Mateo der kosmetische Ehrentreffer. Nach einer guten Stunde ließ das Team von Bernd Schuster, der bei der Bekanntgabe des Kaders erneut auf Christoph Metzelder verzichtet hatte, schließlich doch noch Gnade walten. Schon am letzten Spieltag hatte Barcelona Sporting mit 6:1 abserviert, und mit vier verlorenen Partien steht die Truppe von Trainer Manolo Preciado ohne Punkte auf dem letzten Platz, während Madrid (bei vier noch ausstehenden Partien) auf den zweiten Rang vorrückt.
:: Borussia Dortmund erreicht Achtelfinale
Nach dem verlorenen Spiel im UEFA-Pokal am letzten Donnerstag und dem Rückschlag in der Bundesliga wollte die Mannschaft um Trainer Jürgen Klopp mit einer guten und erfolgreichen Leistung im DFB-Pokal das Selbstvertrauen und die Fans zurückgewinnen. Vor nur 30.012 Fans, dieses war der frühen Anstoßzeit und der Mitte der Woche geschuldet, begann die Borussia mit Schwung und dem festen Willen, die nächste Runde zu erreichen. Die Mannschaft wurde, auch aufgrund von Verletzungen, taktisch anders aufgestellt und dies sollte ein gutes Rezept sein.
In der 7. Minute war es wieder einmal Frei, der einen Strafstoß zum 1:0 verwandelte und seiner Borussia einen Schub in die richtige Richtung verschaffte. Im Vorfeld war Valdez, der unermüdlich ackerte, im Strafraum der Herthaner zu Fall gebracht worden. Das Tor, endlich ging man mal wieder mit 1:0 in Führung, ließ die Dortmunder Akteure die Kontrolle über das Spiel gewinnen und den Ball rollen. In der 22. Minute jedoch fiel recht überraschend der Ausgleich für die alte Dame aus Berlin. Der Berliner Egoist Pantelic überwand den Heimtorhüter Weidenfeller mit einem Lupfer von der Strafraumgrenze.
Durch den Ausgleich versteinerte die Borussia jedoch nicht, aber das Spiel wurde offener, denn auch die Berliner kamen jetzt im Spiel an. Bis Mitte der zweiten Hälfte spielte sich die Partie eher im Mittelfeld ab und Torchancen konnten nicht wirklich herausgespielt werden. Nach der Einwechslung von Sahin für Hajnal wurde noch mal ein bisschen mehr Gas gegeben, um doch noch in der regulären Spielzeit zum Erfolg zu kommen. Die Vorstöße von beiden Mannschaften wurden von den jeweiligen Verteidigern jedoch abgefangen und somit stand der Verlängerung um 2 x 15 Minuten nichts im Weg.
Jetzt war es ein offener Pokalfight, denn ein Elfmeterschießen wollte jede Mannschaft umgehen. Der zur Verlängerung eingewechselte Kringe hatte schon nach wenigen Minuten die große Chance, aber er konnte seinem Schuss nicht die richtige Richtung geben. Borussia Dortmund war nun das bessere Team und wollte unbedingt das 2:1 auf die Anzeigentafel bringen. In der 103. Minute war es dann endlich soweit, der Joker Klimowicz brachte den Ball nach einem schönen Freistoß von Sahin im Berliner Tor unter. Die Berliner versuchten jetzt noch einmal alles und wollten sich ins Elfmeterschießen retten, so wurde zum Beispiel der Torwart zu Eckbällen nach vorne beordert. Diese Versuche war nicht von Erfolg gekrönt.
Die Dortmunder zogen verdient und mit der kämpferischen Leistung in die nächste Runde ein, weiterhin haben sich und allen Kritikern bewiesen, dass sie weder ihre Moral, ihren Kampfgeist noch ihr Können verloren haben. Der Weg zum erneuten Einzug ins Pokalfinale ist noch nicht zu Ende. Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin, diesen Satz dürfen heute die Anhänger beider Mannschaften ausrufen, denn für den BVB ist die nächste Runde erreicht und die Herthaner wollen ja wieder nach Hause.
Sonntag, 21. September 2008
:: Mit Effektivität zum Erfolg
Nach einer eher ereignislosen ersten Hälfte (Madrid hatte zwei, Racing einen Schuss aufs Tor zu verbuchen) war es in der 55. Minute kein Stürmer, der das erste Tor machte: Higuaín setzte sich über die rechte Seite durch und legte im Strafraum auf Rubén de la Red ab, der aus nicht mal zehn Metern Torwart Toño keine Chance ließ. 20 Minuten später war es in einer umkämpften, aber alles andere als hochklassigen Partie Ruud van Nistelrooy, der unbedrängt in den Strafraum tänzelte und den Ball im kurzen Eck versenkte.
Nach dem dritten Spieltag hat Real Madrid nun sechs Punkte auf dem Konto und verbessert sich auf Rang 6 der Tabelle. Die nächste Liga-Partie steht bereits am Mittwoch, 24. September um 22:00 an. Ob Guti dabei sein wird, wenn Real Madrid den Aufsteiger Sporting de Gijón empfängt, ist fraglich; er wurde noch vor dem Pausenpfiff verletzt ausgewechselt und durch Rafael van der Vaart ersetzt.
:: Harte Landung in Hoffenheim
Schon nach fünf Minuten geriet der BVB ins Hintertreffen, als Tobias Weis im Strafraum den Ball quer legte und Vedad Ibiević trocken abzog. Bis zur 18. Minute mussten die rund siebentausend BVB-Fans warten, bevor sie die erste Chance ihres Teams sehen konnten, doch Nelson Valdez überlupfte nicht nur Torwart Özcan, sondern auch dessen Tor. In der 25. Minute brachte Sejad Salihović einen von Tinga verursachten Freistoß aus 22 Metern gekonnt über die Mauer und in Weidenfellers Kasten unter. Die 2:0-Pausenführung für die Hoffenheimer, die wacher und schneller wirkten und weiter ordentlich Druck machten, ging in Ordnung.
Nach der Pause brachte Klopp mit Kuba für Federico und Sadrijaj für Klimowicz zwei schnelle Spieler, doch auch die konnten mit Hoffenheims Tempofußball nicht mithalten. Schon kurz nach Wiederanpfiff sorgte Neven Subotic für einen unnötigen Ballverlust, der – einmal mehr über Ibiević – zum 3:0 führte. Der BVB war nun hoffnungslos unterlegen, während Hoffenheim weiter geschickt das Spiel machte. In der 67. Minute schickte Luiz Gustavo seinen brasilianischen Landsmann und Kollegen Carlos Eduardo steil, und zum vierten Mal klingelte es im Kasten von Roman Weidenfeller. Mit seinem Ehrentreffer in der Nachspielzeit (Kullerball nach einer Ecke) betrieb BVB-Verteidiger Felipe Santana höchstens noch leichte Ergebniskosmetik.
Mit acht Punkten aus fünf Spielen und einer wieder einmal negativen Tordifferenz steht Borussia Dortmund nun auf dem zehnten Tabellenplatz. Am Mittwochabend empfangen die Schwarzgelben in der 2. Runde des DFB-Pokals Hertha BSC Berlin – sie werden sich steigern müssen, denn sie haben bei ihrem Anhang einiges wiedergutzumachen.
Mittwoch, 17. September 2008
:: Alles andere als galaktisch
In derselben Gruppe schlug Juventus Turin den amtierenden UEFA Cup-Gewinner Zenit St. Petersburg mit 1:0 und steht punktgleich mit dem Tabellenführer Real Madrid auf Platz 2. Am nächsten Spieltag (30. September) geht es für die Madrilenen nach Sankt Petersburg, während Juve im weißrussischen Borisov gastiert.
Sonntag, 14. September 2008
:: Nicht souverän, aber siegreich
Das erste Tor des Abends erzielte jedoch der Gegner: Nach einer Ecke tauchte Juan Carlos Moreno in der 7. Minute überraschend und ungedeckt am langen Pfosten auf und köpfte die Gäste aus Soria in Führung. In Abwesenheit des Kapitäns war es sein Stellvertreter, dem in der 19. Minute der Jubiläumstreffer vorbehalten war. Nach dem ersten guten und schnell vorgetragenen Spielzug traf Guti aus gut 20 Metern mit einem abgefälschten Schuss zum Ausgleich, doch die Freude darüber währte nicht lang. Drei Minuten später klärte Salgado per Kopf leichtsinnig in die Mitte und praktisch genau vor die Füße von Numancias José Barkero, der nicht lange fackelte und mit Links abzog. 2:1 stand es nach kaum zwanzig Minuten für den Aufsteiger, und Bernd Schuster machte auf der Bank keinen sonderlich begeisterten Eindruck.
Mehr Grund zur Freude hatte Schuster dann in der 26. Minute, als sich Gonzo Higuaín nach einem schönen Außenristpass von Van Nistelrooy mit gutem Timing von der Numancia-Abwehr löste, den Ball über den herauseilenden Torwart Juan Pablo hob und zum 2:2-Ausgleich im Netz unterbrachte. Nach 34 Minuten war es dann an Rafael van der Vaart, für die erste Führung der Blancos zu sorgen: Aus dem Strafraumeck erwischte er Juan Pablo mit einem nicht ganz unhaltbaren Linksschuss auf dem falschen Fuß. Fünf Minuten vor dem Pausenpfiff zirkelte Guti eine Ecke auf den Kopf von Pepe. Der Portugiese verlängerte auf den am langen Pfosten bestens postierten Metzelder, doch Numancias Verteidiger Domingo Cisma kam vor dem 47-fachen deutschen Nationalspieler an den Ball und köpfte ihn zielsicher ins eigene Tor. Mit einer 4:2-Führung für die Hausherren begaben sich die Teams kurz darauf in die Kabinen.
Die zweite Hälfte konnte in Sachen Tordichte mit der ersten nicht mithalten. Nach einem Freistoß kurz vor dem Strafraum gelang Moreno in der 57. Minute der Anschlusstreffer, der für Iker Casillas durchaus haltbar gewesen wäre. Wenige Minuten später kassierte César Palacios für einen Tritt nach Higuaín die erste und einzige Gelbe Karte der Partie. Madrid versäumte es, Spiel und Gegner unter Kontrolle zu bringen, und so musste Metzelder in der 66. Minute in höchster Not – und mit höchster Eleganz – Gorka Brit am Ausgleich hindern.
Schrecksekunde dann eine Viertelstunde vor Schluss, als Diarra und Metzelder sich uneinig sind, gemeinsam zum Kopfball hochsteigen und anstatt des Spielgerätes sich gegenseitig treffen. Während der Malier schnell wieder stand und sich nur ein bisschen den Schädel rieb, wurde Metzelder am Spielfeldrand noch schnell die Platzwunde am Kopf getackert, bevor er wieder auf den Platz durfte. Auch drei bis zum Ende ausgespielte Minuten Nachspielzeit änderten am 4:3 nichts mehr.
Kopfschmerzen dürfte neben Metze und Diarra nach diesem Spiel auch Bernd Schuster haben – wenn auch aus anderen Gründen. Während bei den Brummschädeln der ersten beiden Kopfschmerztabletten helfen dürften, muss sich der Trainer wohl noch ein bisschen um die Feinabstimmung innerhalb seiner Mannschaft kümmern. Gegen BATE Borisov haben los Merengues schon am Mittwoch in der Champions League die Möglichkeit, es besser zu machen.
:: 132. Revierderby – mit 3:3 gewonnen
Wie schon in den drei Partien vorher in dieser Bundesligasaison begann Borussia das Spiel engagiert und in Richtung GEsindeltor orientiert. Das Tor in der 20. Minute jedoch fiel nach einer Elfmeterentscheidung wegen Handspiels auf der anderen Seite. Neven Subotic sprang der Ball im Strafraum an die Hand und der GEgenspieler hatte Glück, dass in "Elfmeter" und "Hand" kein "S" vorhanden ist, so dass auch er es fehlerfrei aussprechen konnte. Dieses Gegentor und die verwehrte rote Karte brachten Unruhe ins Dortmunder Spiel, die Spieler verloren den Faden. Der Schiedsrichter wollte der Nr. 18 aus Herne-West, seines Zeichens absoluter Unsympath, Gnom vom Dienst und nichtgenehmigter Trotzdem-Olympiafahrer, nach einer klaren Tätlichkeit gegen Valdez keinen Fahrschein unter die Uschi-Dusche ausstellen, sondern beließ es gnädiger- wie fälschlicherweise bei Gelb. Und natürlich kam es so, dass genau dieser Unsympath das 2:0 in der 39. Minute erzielte. Danke, Schiri.
Die zweite Hälfte begann mit einem verletzungsbedingten Wechsel im Sturm der Borussia: Alex Frei wurde für Nelson Valdez eingewechselt. Dieser Wechsel jedoch brachte nicht von Anfang an die Wende, denn in der 54. Minute fiel zum Schock der Zuschauer auch noch dritte Tor für die Anderen und zwar ausgerechnet durch den Länderspielverlierer von Helsinki persönlich. Jetzt sah es nicht gut aus, denn der Anschluss wollte einfach nicht gelingen, jedoch wollte das Tor Nummer 4 glücklicherweise auch nicht fallen. Doch die Dortmunder, gerade in Person von Alex Frei, gaben nicht auf und wollten das Ergebnis so nicht hinnehmen. In der 67. Minute war es dann soweit, nach einer Ecke von Frei köpfte Subotic den Ball – wie inzwischen gewohnt – ins Netz. Der erneute Saisontreffer des jungen Innenverteidigers brachte den Willen, die Hoffnung und vor allem die Zuschauer zurück ins Spiel – allerdings nur auf schwarzgelber Seite.
Die zunehmend nervösen Uschis konnten dem Tor durch Alex Frei in der 70. Minute nur staunend beiwohnen. Auch wenn es aus einem leichten Abseits entstanden sein soll, war es ein wunderschönes Tor und brachte das schönste Stadion zum Kochen. Jetzt waren die Zuschauer wieder zu 100 Prozent dabei und spielten als 12. Mann mit. Durch diese beiden Tore und die schnelle Verkürzung des Rückstands wurde das GEsindel richtig unbeherrscht: Innerhalb von drei Minuten, jeweils durch Fouls an Kuba, wurden zwei Fehlfarbige zum Duschen geschickt. Zu der nicht gegebenen glatt roten Karte gesellten sich nun tatsächlich eine gelb-rote und eine rote Karte für Funky Pipi Pander und Pavian Ernst.
Gegen nunmehr 9 Mann und mit ein wenig mehr Raum auf dem Feld warf die Borussia alles nach vorne, um den Spielstand zu egalisieren oder sogar noch in die richtige Richtung zu drehen. In der 89. Minute war es dann soweit – die sowieso schon sehr ruhigen Gästefans mussten nach dem Debakel vom 12. Mai 2007 mal wieder die Taschentücher rausholen. Kuba köpfte den Ball im Strafraum clever auf den Arm eines Blau-weißen und der Schiri entschied folgerichtig auf Elfmeter. Und erneut war es Alex Frei, seit gestern "DER Derbyumbieger", der den Ball eiskalt im Tor unterbrachte.
Umzingelt von der ekliGEn Brut, pfiff Schiedsrichter Wagner das Spiel trotz Auswechslungen, uschihaften Diskussionen und vor allem den Platzverweisen ohne die bereits mit vier Minuten angezeigte Nachspielzeit ab. Während die Meister des Verspielens eher ruhig vom Platz schlichen, feierten auf schwarzgelber Seite Mannschaft und Trainer mit den Fans aus nah und fern diesen "gefühlten Sieg".
Mittwoch, 10. September 2008
:: Finnen zeigen Nachrückern die Grenzen auf
Mira Klose hatte gerade mal wieder eine Riesenchance verballert, da setzten sich die Finnen in Richtung des Tores von Robert Enke in Bewegung und schlossen in der 32. Minute durch Johansson – nach Vorarbeit von Eremenko und einem haarsträubenden Fehler von Heiko Westermann – zum durchaus verdienten Führungstreffer ab. Fünf Minuten später klingelte es im anderen Kasten, als Klose gegen Jussi Jääskeläinen erfolgreich war. Mikael Forssell, seit diesem Sommer in Diensten von Hannover 96, musste das Spielfeld in der 41. Minute nach einem Schlag auf die Wade verlassen; für ihn kam Daniel Sjölund. Zwei Minuten vor der Pause erhöhte Väyrynen, wieder einmal unterstützt durch Westermann, auf 2:1 für die Gastgeber. Im Gegenzug stocherte wiederum Klose den Ball zum Ausgleich über die Linie, nachdem Jääskeläinen nur abklatschen ließ.
Nach dem Pausentee kamen wieder die Finnen: Nach einer kurzen Ecke fühlte sich im Strafraum niemand wirklich für Sjölund zuständig, und der Angreifer von Djurgårdens IF köpfte sein Team gegen eine wackelige deutsche Abwehr in der 53. Minute zum dritten Mal in Führung. Die wollten sich die Gastgeber diesmal nicht so schnell abnehmen lassen und zogen sich zurück, um in der Folge auf Konter zu lauern, während die DFB-Elf alles nach vorne warf und ab der 82. Minute sogar mit vier Stürmern spielte. Das zahlte sich eine Minute später aus, als Klose ein klassisches Billard-Tor gelang. Beide Teams spielten bis zum Abpfiff auf Sieg, doch das 4:3 wollte keiner Mannschaft mehr gelingen.
Mit einem Sieg (6:0 in Liechtenstein) und dem Remis aus dem Spiel in Finnland hat die deutsche Nationalelf in der Quali-Gruppe 4 nun vier Punkte auf dem Konto. Der nächste Gegner Russland hat am frühen Abend seine erste Begegnung in der Qualifikation gegen Wales mit 2:1 gewonnen und rangiert in der Tabelle auf Platz 2. Eins ist jetzt schon klar: Gegen Arshavin und Pavlyuchenko wird am 11. Oktober im Dortmunder Westfalenstadion eine sehr viel sattelfestere Verteidigung vonnöten sein.
Sonntag, 7. September 2008
:: DFB-Elf startet erfolgreich
Die erste Torchance für Deutschland gab es bereits in der 4. Spielminute durch Trochowski. Als gutes Team erwiesen sich in der ersten Hälfte vor allem Philipp Lahm und Piotr Trochowski, die auf der linken Seite für einigen Wirbel sorgten. Die Liechtensteiner standen zu Beginn defensiv gut und aufmerksam, präsentierten sich laufstark und gönnten den Gästen nur wenig Raum zur Entfaltung. In der 12. Minute hatte Schweinsteiger eine Torchance, die vom Liechtensteiner Torwart Peter Jehle gut abgewehrt wurde. Das erlösende Führungstor für Deutschland erzielte Lukas Podolski in der 21. Minute nach einer schönen Kombination mit Trochowski. In Richtung Halbzeit ließ die Kondition der Liechtensteiner langsam nach. Die deutsche Mannschaft nutzte das zu weiteren Torchancen, die sie jedoch zum Teil kläglich vergab.
In der zweiten Spielhälfte drehte die DFB-Elf dann richtig auf und erzielte weitere fünf Tore: Podolski kombinierte in der 48. Minute erneut mit Trochowski und traf zum 2:0. Simon Rolfes folgte ihm in der 65. Spielminute mit seinem ersten Länderspieltor zum 3:0, eine Minute später gelang Schweinsteiger mit einem Heber das 4:0. Mit einem leicht abgefälschten Freistoß erzielte Hitzlsperger das 5:0 (76.), und Heiko Westermann sorgte schließlich fünf Minuten vor Schluss mit einem Kopfball nach einer Ecke von Marko Marin für den 6:0-Endstand.
In einem vor allem in der zweiten Hälfte besseren Trainingsspielchen hat das Löw-Team souverän, aber glanzlos die verlangten drei Punkte eingefahren, im ersten Durchgang jedoch zu viele Chancen sträflich liegen gelassen. Mit Finnland wartet am Mittwochabend (19:35, ZDF) im zweiten Qualifikationsspiel ein Gegner größeren Kalibers.
:: archiv
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